Autonomes Seminar der Humboldt-Universität zu Berlin

Wer wir sind

Das Autonome Seminar an der Humboldt-Universität ist aus dem Studierenden-Streik 1998 hervorgegangen. Dass es Jahr für Jahr weiterbesteht, ist ein kleines Wunder, weil sich Leute - oft genug erschöpft von des Tages Mühe - zusammensetzen, und dies, um ausgerechnet gemeinsam zu denken!

Das Autonome Seminar (AutS) wurzelt in zwei Bewegungen: dem Berliner Studierendenstreik (November 1997 bis April 1998) und der Erwerbslosenbewegung, die zwischen Januar und Dezember 1998 hauptsächlich vom „Aktionsbündnis Erwerbslosenproteste in Berlin (A.EiB)“ initiiert und koordiniert wurde.

Während aus dem Studentenstreik das Projekt VOLXUNI entstand, gründete sich im Rahmen der A.EiB die AG Existenzsicherung, die das Thema "Mindesteinkommen" als gemeinsame Forderung und Perspektive für Studierende und Erwerbslose vorschlug.

Im Wintersemester 1998/99 begannen die Veranstaltungen des Autonomen Seminars, die anfangs ganz im Zeichen der Idee einer Existenzgeldgesellschaft standen. In den Jahren darauf weitete sich der Horizont. Philosophische und gesellschaftspolitische Themen wurden in den Seminarplan aufgenommen und laden ein, Gegenentwürfe zur herrschenden Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung zu denken. Hinsichtlich der wissenschaftlichen Herangehensweise steht das AutS in der Tradition der Kritischen Universität von 1967/68; insofern versteht es sich als Übungsfeld des Denken-lernens und für gesellschaftliche Praktiken.

In den letzten 13 Jahren haben sich folgende "Spielregeln" finalisiert.  

Das AutS bietet einen Lektürekurs, Seminare und Vortragsreihen an.

Der Lektürekurs und die Seminare/ Vorträge finden Donnerstags im Wechsel, also alle 14 Tage statt.

Der Lektürekurs ist auf das Denken, d.h. auf einen philosophischen Text gerichtet, die Vortragsreihe beschäftigt sich mit Möglichkeiten der praktischen Umsetzung von Theorien und geht damit in die Sphäre des Politischen über.

Die Form des Statements im Rahmen der Vortragsreihe ist offen. Die Vortragsreihe bietet lediglich ein Podium. Der Themenkreis des Autonomen Seminars sollte jedoch eine Rolle spielen.

Jedes Semester steht unter einem Obertitel, der die Lektüre und die Vorträge thematisch verklammert.

Vorträge sind auch dann möglich, wenn sie nicht ganz unter dem Dach des Semesterobertitels stehen. Ein Auswahlverfahren gibt es nur, wenn die Termine nicht ausreichen.

Wer einen Vortrag hält, ist für alle Belange des Vortrags verantwortlich.

Für Werbung steht die AutS-eMail-Liste zur Verfügung. Die Vorbereitung und Organisation der Lektüre- und Vortragsreihe geschieht ehrenamtlich. Es gibt keinen Anspruch auf Aufwandsentschädigung oder auf eine Fahrtkostenerstattung. Wer Ausgaben für Kopien und Papier hat (für Werbeplakate, Leitfäden o.ä.), bekommt sie seit dem WS 2010/11 gegen Beleg aus der blauen Spendendose erstattet. Spendenüberschüsse werden für Anschaffungen (z.B. einen AutS-Beamer) verwandt, die intern verliehen werden können.

Es gibt keine Zugangsbeschränkungen und Erwartungshaltungen.

Von einem "ideologischen" Konsens gehen wir nicht aus.

Die Freiheit der Rede und des Gedankens sind unantastbare Grundsätze.

Im Namen des Autonomen Seminars zu sprechen, wird nahezu unmöglich sein, denn es gibt kein "AutS-Wir". Es gibt allerdings Verantwortlichkeiten gegenüber dem Autonomen Seminar.

 

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